Zwischen Euphorie und Verantwortung
Künstliche Intelligenz kann Unternehmen spürbar stärken, wenn sie nicht als Selbstzweck eingesetzt wird. Entscheidend sind klare Ziele, nachvollziehbare Prozesse und ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten.
"Technologie entfaltet ihren Wert erst dann vollständig, wenn sie Menschen stärkt, statt Prozesse intransparenter zu machen."
Im Gespräch mit der Rundschau beschreibt Tobias Rieger den derzeitigen KI-Markt als spannendes, aber oft überhitztes Umfeld: Viele Betriebe spüren den Druck, schnell "etwas mit KI" zu starten, ohne die eigenen Abläufe sauber zu analysieren. Gerade dort entstehen später Reibung, Mehrkosten und Frust in den Teams.
Im Mittelpunkt steht deshalb nicht das Modell, sondern der konkrete Nutzen für den Arbeitsalltag. Wo Prozesse klar definiert sind, Datenqualität stimmt und Verantwortlichkeiten geklärt sind, kann KI Aufgaben beschleunigen, Fehlerquoten reduzieren und Mitarbeitende entlasten. Ohne diese Basis bleibt der Effekt häufig kurzfristig.
Ein zweiter Schwerpunkt des Interviews ist der Datenschutz. Rieger betont, dass sensible Unternehmens- und Kundendaten nicht unkontrolliert in externe Systeme fließen dürfen. Stattdessen braucht es technische Leitplanken, transparente Entscheidungen und eine Architektur, die Datenschutz und Nachvollziehbarkeit von Anfang an berücksichtigt.
Die zentrale Botschaft: Fortschritt und Verantwortung sind kein Widerspruch. Wer technologische Chancen mit klarer Governance kombiniert, schafft Lösungen, die nicht nur beeindrucken, sondern im Betrieb langfristig funktionieren.